Was ist die Nah-PD?
Die Nah-PD ist die Pupillendistanz, gemessen, wenn Ihre Augen auf etwas Nahes fokussiert sind, etwa ein Buch oder ein Telefon. Wenn Sie ein nahes Objekt betrachten, drehen sich beide Augen nach innen — eine Bewegung, die Konvergenz genannt wird — sodass die Mitten Ihrer Pupillen näher beieinander liegen als beim Blick durch einen Raum. Dieses kleinere Maß ist Ihre Lese-PD.
Aufgrund dieser Einwärtsdrehung ist die Nah-PD immer etwas kleiner als Ihre Fern-PD. Für einen üblichen Leseabstand (etwa 40 cm) beträgt der Unterschied typischerweise rund 3 mm und liegt meist im Bereich von 3–4 mm. Ihre Fern-PD ist der Wert für Brillen, die Sie zum Sehen in die Ferne tragen; Ihre Nah-PD ist der Wert für reine Lesebrillen.
Warum die Nah-PD kleiner ist als die Fern-PD
Wenn Sie ein weit entferntes Objekt fokussieren, verlaufen Ihre Blicklinien im Wesentlichen parallel, sodass Ihre Pupillen ihren größten Abstand haben. Rückt das Objekt näher, konvergieren Ihre Augen, um es im Fokus zu halten, und die Pupillen wandern zur Nase. Je näher das Objekt und je weiter Ihre Augen anfangs auseinanderliegen, desto größer wird diese Verschiebung — weshalb Fern-PD vs. Nah-PD eine sinnvolle Unterscheidung für jedes Nahbereichsglas ist.
Wann brauchen Sie tatsächlich eine Nah-PD?
Sie brauchen eine Nah-PD hauptsächlich für reine Einstärken-Lesebrillen. Diese Gläser sind optisch für Naharbeit zentriert, sodass die Ausrichtung an Ihrer Lese-PD den optischen Mittelpunkt vor jeder Pupille hält und Augenbelastung vermeidet.
Für Gleitsicht- oder Bifokalgläser ist die Situation anders. Das Labor geht meist von Ihrer Fern-PD aus und wendet einen eingebauten Nah-Versatz für den Lesebereich an, sodass Sie normalerweise Ihre Fern-PD angeben — keinen separaten Nahwert. Wenn ein Händler nur nach einer einzigen PD-Zahl fragt, ist das fast immer der Fernwert. Es lohnt sich, beide zu messen, damit Sie immer den richtigen zur Hand haben; siehe unseren Leitfaden zu dualer PD und monokularer PD für die Aufschlüsselung pro Auge.
So schätzen Sie die Nah-PD aus der Fern-PD
Der einfachste Weg zu einer Nah-PD ist, Ihre Fern-PD zu messen und etwa 3 mm abzuziehen. Falls Sie noch nicht gemessen haben, führt unser Leitfaden zum Messen der Pupillendistanz durch jede Methode, und Sie können auch prüfen, wie Ihre Zahl im Vergleich zur durchschnittlichen Pupillendistanz abschneidet.
- Messen Sie Ihre Fern-PD (in Millimetern).
- Ziehen Sie etwa 3 mm ab, um Ihre Nah-PD zu schätzen.
- Verwenden Sie den Nahwert bei der Bestellung von Einstärken-Lesebrillen.
Unser Tool erledigt das automatisch für Sie: Wenn Sie Ihre PD messen, meldet es Ihre Fern-PD und berechnet gleichzeitig eine geschätzte Nah-PD, sodass Sie nicht von Hand rechnen müssen.
Rechenbeispiel
Angenommen, Ihre Fern-PD ergibt 63 mm. Ziehen Sie etwa 3 mm ab, und Ihre geschätzte Nah-PD beträgt rund 60 mm. Sie würden also Fernbrillen mit einer PD von 63 mm und Einstärken-Lesebrillen mit einer Nah-PD von etwa 60 mm bestellen.
Ein kurzer Hinweis zur Vorsicht
Die Faustregel von 3 mm funktioniert gut für typische Leseabstände und Sehstärken. Wenn Sie eine starke Lese-Sehstärke, eine große PD oder einen ungewöhnlichen Arbeitsabstand haben — zum Beispiel ein Notenpult, eine Werkbank oder einen Computermonitor, der weiter entfernt steht als ein Buch — kann die ideale Nah-PD abweichen. Lassen Sie in diesen Fällen den Wert von einem Optiker bestätigen, damit Ihre Gläser korrekt zentriert sind.
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